Serie: Wie Facebook-Betrug Internetnutzer in die Falle lockt
Episode 1: Falsche Presseartikel auf Facebook — das Beispiel gefälschter „lesoir.be“-Artikel
Facebook ist zu einem bevorzugten Umfeld für zahlreiche Online-Betrugsmaschen geworden: gefälschte Anzeigen, falsche Presseartikel, Markenmissbrauch, falsche Gewinnspiele oder Versprechen schneller Gewinne.
In dieser Artikelserie analysieren wir die häufigsten Betrugsmaschen, erklären die Mechanismen, mit denen Internetnutzer getäuscht werden, und zeigen die richtigen Reflexe, bevor man klickt, sich registriert oder persönliche Informationen weitergibt.
In dieser ersten Episode sprechen wir über eine immer häufiger auftretende Betrugsmasche auf Facebook: gefälschte Anzeigen, die Nutzer auf falsche Presseartikel weiterleiten.
Das Prinzip ist einfach, aber sehr effektiv. Der Internetnutzer sieht einen gesponserten Beitrag, der scheinbar von einem bekannten Medium wie Le Soir stammt. Das Bildmaterial, die Überschrift, das Layout und manchmal sogar die Kommentare sind so gestaltet, dass der Eindruck eines echten Nachrichtenartikels entsteht.
Alles ist darauf ausgelegt, Vertrauen zu schaffen: die Verwendung eines bekannten Logos, ein journalistischer Ton, das Foto einer öffentlichen Person, ein falsches Veröffentlichungsdatum, ein falscher Autorenname oder ein Erscheinungsbild, das dem einer anerkannten Nachrichtenseite ähnelt.
Ziel ist es, den Nutzer dazu zu bringen, ohne Misstrauen zu klicken, indem der Eindruck vermittelt wird, er lese seriöse Informationen, die von einem vertrauenswürdigen Medium veröffentlicht wurden.
Beim Klick auf den Link wird der Nutzer auf eine gefälschte Website weitergeleitet, die das Erscheinungsbild eines bekannten Mediums imitiert. Im dargestellten Beispiel übernimmt die Seite die visuellen Codes eines Presseartikels, aber die Website-Adresse entspricht nicht der echten Domain des Mediums.
Ziel dieser Betrugsmasche ist es in der Regel, dem Internetnutzer vorzutäuschen, dass er an einer bedeutenden Investitionsmöglichkeit teilnehmen kann, die oft als exklusiv, zeitlich begrenzt oder nur wenigen Personen vorbehalten dargestellt wird. Der Inhalt verspricht schnelle, teilweise sehr hohe Gewinne und erweckt den Eindruck, dass bekannte Persönlichkeiten, Journalisten oder politische Verantwortliche diese Möglichkeit bestätigen.
In Wirklichkeit handelt es sich weder um einen echten Artikel noch um eine seriöse Investition. Das Ziel besteht häufig darin, die Person dazu zu bringen, sich auf einer gefälschten Plattform zu registrieren, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen oder eine erste Zahlung zu leisten. Sobald die Informationen übermittelt wurden, können die Betrüger das Opfer erneut kontaktieren, Druck ausüben und es dazu bewegen, noch mehr Geld zu investieren.
Der erste Reflex sollte daher sein, die URL der Website zu überprüfen. Auch wenn die Seite wie ein bekanntes Medium aussieht, kann die Website-Adresse den Betrug entlarven. Im Fall von Le Soir muss eine echte Seite des Mediums die offizielle Domain verwenden: lesoir.be
Wenn die Adresse einen anderen Domainnamen, einen seltsamen Namen oder eine Variante enthält, die nicht exakt der offiziellen Website entspricht, sollte die Seite als verdächtig eingestuft werden.